Unterricht in der Schule hat uns gefehlt

22. Mai 2020

Schülerinnen und Schüler berichten vom Schulalltag in Coronazeiten

Kaum ein Jugendlicher hätte noch vor wenigen Wochen zugegeben, dass er die Schule einmal vermissen würde. Die durch die Ausbreitung des Coronavirus bedingte Schulschließung lässt Schülerinnen und Schüler den Präsenzunterricht jetzt in anderem Lichte stehen. Hannah Tillmann und Alice Tolle sowie Robin Gatzmeier, allesamt Schüler am Berufskolleg am Eichholz, berichten von ihren Erfahrungen mit dem Distanzlernen.

Die Euphorie, dass es schon vor Ostern in die „Coronaferien“ gehe, währte nur kurz, schnell begann für die Schülerinnen und Schüler ein neuer Alltag. Sich die Zeit selbst einteilen und die Aufgaben im eigenen Tempo erledigen zu können, gefiel zunächst allen gut. „Ich habe aber bald gemerkt, dass mir die gewöhnliche Tagesstruktur fehlt“, sagt Hannah. So hat sie sich wie Alice dafür entschieden, morgens erst einmal alles abzuarbeiten, was an Aufgaben von den Lehrerinnen und Lehrern gefordert wurde. Robin hingegen war zunächst begeistert, endlich einmal Zeit zu haben, für die vielen Ideen, die in seinem Kopf herumschwirren. „Nach kurzer Zeit wurde aber klar, dass Vieles in Zeiten von Corona gar nicht umsetzbar ist.“ Was blieb, waren die Aufgaben aus der Schule, die nun mit zunehmender Ernsthaftigkeit umgesetzt werden mussten.

Der Einstieg in das Distanzlernen sei für alle zwar überraschend gewesen, aber problemlos verlaufen. „Einige Tools und Apps haben wir bereits vorher schon im Unterricht genutzt“, berichtet Alice, die als Schülerin des beruflichen Gymnasiums den Einsatz von IPads gewohnt ist. Der Austausch der Materialien über eine gemeinsame Cloudlösung, das Erstellen von Lösungen im Austausch über eine digitale Pinnwand oder Gruppenarbeit über einen Social-Media-Client, nun zeige sich erst, wie nützlich diese Geräte seien.

Neu hinzugekommen seien nun die Videokonferenzen als Alternative zum Unterricht in der Klasse, die allen Beteiligten ein viel höheres Maß an Konzentration abverlange. Auch wenn der Nutzen für diese Form der Zusammenkunft von allen gesehen werde – die Videokonferenzen böten eine gute Möglichkeit, Fragen zu stellen und Rückmeldungen zu bekommen – die gemeinsame Zeit über den Bildschirm könnte den Unterricht in der Schule nicht ersetzen. „Es fehlt vor allem der Austausch untereinander und es ist immer noch ein komisches Gefühl, vor und mit der Kamera zu reden“, sagt Robin. Überhaupt sei die Kommunikation über Videokonferenzen sehr begrenzt, ergänzt Hannah. Oft sähe man nicht, wer gerade spricht, oder es kämen nur Sprachfetzen an. „Einfach reinreden klappt gar nicht.“

Grundsätzlich fühlen sich die drei in dieser außergewöhnlichen Situation gut versorgt. Die Aufgaben seien anspruchsvoll aber gut zu meistern. Die Lehrkräfte am BKaE seien für Rückfragen erreichbar. „Ich habe das Gefühl, dass ich mit den gestellten Aufgaben im Lernen vorankomme“, sagt Hannah. Wie Alice und Robin sieht sie in der neuen Lernsituation eine Chance, sich auf das selbstständigere Lernen an der Uni vorbereiten zu können. Denn der Lehrer sei nicht wie im Unterricht sofort für eine Frage verfügbar. Wenn man bei den Aufgaben weiterkommen wolle, ohne auf die nächste Videokonferenz warten zu wollen, müsse man zwangsläufig der Sache selber auf den Grund gehen.

Trotz positiver Grundstimmung bleiben bei den Schülerinnen und Schülern des beruflichen Gymnasiums Sorgen hinsichtlich der Vorbereitungen auf die Abiturprüfungen, die im nächsten Jahr anstehen. „Welche Lücken durch Corona entstanden sind, sehen wir wahrscheinlich erst im nächsten Jahr“, sagt Alice. Diese Sorge gilt vor allem auch den Klassenkameradinnen und Kameraden, die mit der Selbstlernphase nicht so diszipliniert umgehen. Überhaupt fehlten die sozialen Kontakte, sagt Hannah: „Ich bin noch nie so viel am Handy gewesen, wie jetzt, um mich mit den anderen auszutauschen.“

Immerhin hat sich die Einstellung zu der neuen Form des Lernens soweit geändert, dass sich alle drei eine Mischung aus Selbstlernphasen, Videokonferenzen und Präsenzunterricht auch weiterhin gut vorstellen könnten. Diese Mischung ist nun erst einmal für die Zeit bis zu den Sommerferien geplant. Bis dahin erfahren die Schülerinnen und Schüler aus der Qualifikationsphase des beruflichen Gymnasiums in geteilten Klassen mit unterschiedlichen Pausenzeiten nun einen eingeschränkten Unterricht, der aber wertvoller sei, als zunächst angenommen. „Wir hätten nicht gedacht, dass das gemeinsame Lernen so wichtig ist.“

 

Schülerin A
Schüler
Schülerin B

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